Giocattolo: Rennwagen mit 300 PS starkem V8 auf Alfa Romeo Alfasud-Basis
In den 1980er Jahren entstand in Australien ein Rennwagen, der bis heute Liebhaber in Staunen versetzt: die Giocattolo. Geboren aus der Leidenschaft eines Geschรคftsmanns und dem Know-how eines ehemaligen McLaren-Ingenieurs, verband sie italienisches Design mit australischem Motorenpower. Ihr Herz schlug mit 300 PS eines kraftvollen V8, eingebaut in das Chassis eines Alfa Romeo Alfasud Sprint.
Diese Kombination klang zuerst ungewรถhnlich, doch gerade darin lag die Faszination. Das Resultat: eine leichte, dynamische Maschine mit klassischen Formen und moderner Technik, die jede Straรe oder Rennstrecke zu einem Erlebnis machte.
Wer hรคtte gedacht, dass ein โSpielzeugโ โ so die รbersetzung von Giocattolo โ so viel Power und Charakter besitzen wรผrde? Tauchen wir ein in die Geschichte dieses faszinierenden Autos.
Die Entstehung der Giocattolo: italienisches Flair trifft australischen Biss
In den frรผhen 80ern brachte die Partnerschaft zwischen dem erfolgreichen Unternehmer Paul Halstead und Barry Lock, einem erfahrenen Rennwageningenieur, frischen Wind in die Szene. Lock hatte Jahre zuvor schon an der legendรคren McLaren F1 mitgewirkt โ keine kleine Hausnummer!
Halstead, der seine Wurzeln im IT-Bereich hatte, leitete mittlerweile ein Ingenieurbรผro und besaร eine Alfa Romeo Niederlassung in Australien. Die Idee war simpel: ein australischer Sportwagen, der mit europรคischem Design aufwartet, aber mit gรผnstiger, kraftvoller Technik.
Schnell wurde klar, dass der Alfa Romeo Alfasud Sprint von 1976 mit seinem von Giugiaro gezeichneten Coupรฉ-Design die perfekte Basis bot. Dabei greiften sie auf ein einst geplantes, aber nie realisiertes Autodelta-Projekt zurรผck: die Sprint 6C fรผr Rallye-Gruppe B. Doch hier hรถrte das Projekt leider auf โ oder besser gesagt, es wurde zur Inspiration.
Von V6-Schmerzen zum V8-Traum
Das anfรคngliche Herz des Projekts war ein Alfa V6, doch die australische Alfa Romeo Niederlassung machte das Importieren von Motoren und Rohkarosserien zur Qual. Es mussten komplette Fahrzeuge erworben und auseinandergenommen werden โ ein bรผrokratisches, teures Unterfangen, das den Traum fast zerbrechen lieร.
Glรผcklicherweise griff das Team im nรคchsten Schritt auf einen 5-Liter-V8 aus dem Holden Commodore zurรผck. Der Motor wurde vom TWR-Team, Rennspezialisten aus Australien, optimiert und erhielt einen eigenen Ansaugkrรผmmer samt Doppelvergasern. Der Klang? Ein echtes Bรคrenbrummen, das unter die Haut geht!
Technik und Design: Innovation in leichter Hรผlle
Barry Lock entwickelte nicht nur die Motorisierung, sondern รผberarbeitete auch den Unterbau der Giocattolo grรผndlich. Ein neuer, leichteres und dennoch robustes Heck-Unterchassis aus Aluminium verwies auf Wendigkeit und Stabilitรคt. Die Karosserie wurde รผberwiegend aus Kohlefaser und Kevlar gefertigt โ damals revolutionรคre Materialien fรผr dieses Segment.
Optisch setzte die Giocattolo auf wuchtige Flanken mit โKratzerโ-Lufteinlรคssen, die an Growl eines italienischen Raubtiers erinnerten. Am Heck prangte ein groรer, charakteristischer Spoiler, der den Renncharakter unterstrich. Innen dominierte edles Leder und Sportsitze von Recaro โ ein Mix aus Komfort und Funktionalitรคt.
Eine Supercar-Geschichte mit bitterem Nachgeschmack
Als das Ergebnis 1988 endlich vorgestellt wurde, war die Giocattolo ein echtes Statement: 300 PS, knapp รผber eine Tonne Gewicht, 0 auf 100 in etwa 5 Sekunden. Ein echtes Kraftpaket, vernรผnftige Ausstattung inklusive Klimaanlage und hochwertiges Audio-System โ man gรถnnte sich etwas Luxus!
Doch leider schlug die wirtschaftliche Lage in Australien zu โ eine Finanzkrise und hohe Produktionskosten, vor allem durch teure Zulieferteile und Importsteuern, zwangen die Macher frรผh zum Aufgeben. Nur knapp 15 Stรผck wurden je gebaut, einige davon glรคnzen heute als Sammlerstรผcke, andere eher als Erinnerungen an eine in den Sand gesetzte Vision.
Lena Wagner ist die Seele des Blogs. Als echte Mรผnchnerin mit einem Hรคndchen fรผr die feinen italienischen Aromen, teilt sie ihre Liebe zur perfekten Pizza und zur bayerischen Gastlichkeit. Lena weiร, wie man herzhafte Tradition und mediterrane Leichtigkeit harmonisch verbindet. Sie gibt hier die besten Tipps, neue Kreationen und alles รผber unsere Spezialitรคten.
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